2007
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2008
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2007
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Lee Hazlewood
Produzent, Sänger und
Komponist

* 9. Juli 1929 in Oklahoma
+ 4. August 2007 zuhaus (in der Nähe von Las Vegas)
Berühmt geworden als Popstar Mitte der Sechziger mit:
„These Boots Are Made For Walking”, “Summer Wine”, “Jackson” etc.
“Hazlewood war nicht nur ein großer Feminist, sondern auch ein genussvoller Schweinigel.
Beim Hören der Songs spürt man noch den Spaß, den er dabei gehabt haben muss, der Tochter des großen Sinatra diese
doppeldeutig-schlüpfrigen Songs zu schreiben…“
(Jens Balzer in der Berliner Zeitung vom 7. August)
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von Conny Depp
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Farrukh Bulsara
Sänger,
Komponist und Lebenskünstler

* 5. September 1946 in Zanzibar
+ 25. November 1991 in Kensington, London
Bekannt geworden als Freddie Mercury, Sänger von Queen
„I’m just a musical prostitute, my dear“
Happy Birthday Freddie!!!
Der beste Beweis, dass ein Überbiss durchaus mit einer Weltkarriere vereinbar ist.
Alles ist möglich. Unvergleichlich.
Empfehlenswert: die Doku „The untold story“, in der auch Freddies Kindheit,
Schulzeit und Familienleben beleuchtet werden.
Lang lebe King Mercury!
von Conny Depp
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Claire Waldoff
Deftige
Interpretin Altberliner Lieder

(obwohl aus Gelsenkirchen!!!)
* 21. Oktober 1884 als Clara Wortmann in Gelsenkirchen
+ 22. Januar 1957 in Bayerisch-Gmain
Als 11. Kind einer Bergarbeiterfamilie ist sie vom Leben stark gefordert;
ab ihrem 13. Lebensjahr lebt sie als Pflegetochter bei den Eltern von Theo Lingen, Familie Schmitz.
Sie besucht das erste Mädchengymnasium in Hannover mit dem Ziel, Ärztin zu werden.
Mit 19 Jahren spielte sie jedoch in ihrer ersten Rolle am Theater eine
jugendliche Liebhaberin und beginnt, Gefallen zu finden am Theaterleben.
1906 bricht sie nach Berlin auf, ist dort bald der Star des
Linden-Cabarets (Passage unter den Linden) an der Friedrichstraße.
Mit ihren derben, volkstümlichen und unvergleichlichen Art wird sie auch mehrmals in
London empfangen als „the imp of every form of fun“.
Berühmte Lieder:
„Herrmann heeßt er!“ (1911),
„Warum soll er nicht mit ihr“,
„Nach meine Beene ist ja janz Berlin verrückt“,
„Die Laubenkolonie“ etc.
Autoren:
Walter Mendelssohn, Walter und Willi Kollo, Herrmann Frey und Ludwig Mendelssohn.
Als rothaarige „Zille-Jöhre“ singt sie vor ausverkauften Häusern, macht Rundfunkauftritte
und tritt 1932 zu Gunsten von Arbeitslosen und hungernden Kindern auf.
1935 hat sie jedoch als Unerwünschte Film- und Funkverbot von Seiten der faschistischen Behörden.
Als 1943 ihre Berliner Wohnung bei Bombenangriffen zerstört wird,
zieht sie sich zurück nach Bayerisch-Gmain, wo sie 1957 an einem zweiten Schlaganfall stirbt.
Sie ist nach wie vor mit der Berolina „das olle Wappen von die Stadt Berlin“ (Kurt Tucholsky).
von Conny Depp
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Jacques Tati
Regisseur, Filmkomiker und Parodist

Antiheld
* 9.Oktober 1907 als Jacques Tatischeff in Paris
+ November 1982
Als Monsieur Hulot stolpert er durch Ferienorte, Fabriken und Schützenfeste.
In seinem ersten Langspielfilm ist er selbst der Hauptdarsteller sowie Regisseur und Koautor.
Seiner Arbeit kommen eigene Kellnererfahrungen aus Hotels und Bars zugute.
Im Jahr 1933 tritt Tati als betrunkener Kellner im selben Programm wie Edith Piaf auf;
seine schlaksige Gestalt und seine virtuose Bein- und Fußarbeit machen ihn schnell beliebt und bekannt.
Da für ihn die Pantomime die Ausgangsbasis eines jeden komischen Films darstellt,
gibt es in seinen Filmen beinahe keine Sprache, eher verfremdende Geräusche.
1959 trifft er in Hollywood seine großen Vorbilder, die Slapstickkünstler Mack Sennett,
Buster Keaton, Stan Laurel und Harold Lloyd.
Wir haben die überschaubare Anzahl seiner Werke seinem Perfektionismus zu verdanken.
Gern wird er zitiert, beispielsweise bei Peter Sellers’ Klassiker „The Party“,
der sehr ähnliche Tollpatschmomente hat.
„Dabei achtete Tati immer darauf, dass der Mensch in der fatalen Begegnung mit den Objekten
nicht grundsätzlich unterliegt…“
(Berliner Zeitung, Anke Westphal, Anfang Oktober)
Tati selbst: „Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen,
ist zu klein, um mit großen betraut zu werden.“
Wichtige Werke:
„Tatis Schützenfest“ (1949)
„Die Ferien des Monsieur Hulot“ (1952)
„Mon Oncle“ (1958)
„Playtime - Tatis Herrliche Zeiten“ (1967)
von Conny Depp
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Martha Liebermann
Ehefrau von Max Liebermann

* 1857 als Martha Marckwald in Berlin
+ 10. März 1943
Als eine der berühmten schönen Töchter der Familie Marckwald war sie eine lebenslustige,
begehrenswerte und ehrliche Frau, die kein Blatt vor den Mund nahm.
„Weißt Du, Max, es war zwar eine Ehre, aber kein Vergnügen, mit Dir verheiratet zu sein.“
Ihr berühmter Ehemann Max porträtierte sie stets eher in Pastelltönen und als graue Maus,
und so war sie ungewillt, hierfür Portrait zu sitzen.
Immerhin existiert ein Bild, in denen ihr wahres Wesen, sinnlich und betörend schön,
zu erkennen ist, gemalt vom Schweden Anders Zorn. (Bild o. links)
Als sie sich acht Jahre nach dem Tod ihres Mannes, enteignet und an der erhofften
Ausreise nach Schweden gehindert, mit der Gestapo konfrontiert sah,
entzog sie sich durch die Einnahme von Schlaftabletten.
In der Ausstellung „Lebensbilder“ in der Liebermann-Villa am Wannsee, Colomierstr. 3, 14109 Berlin
ist der Persönlichkeit dieser Frau bis zum 25.2.08 nachzuspüren, mit Grafiken, Fotos, Gemälden und Briefen.
Für mehr Informationen hier Klicken
von Conny Depp
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2008
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Carla Del Ponte
Chefanklägerin

des Kriegsverbrechertribunals
in Den Haag von 1999 bis Ende 2007
*1947 in Lugano
Diese Dame liebt starke Auftritte.
Während ihres ersten Treffens mit Vojislav Kostunica stürmte sie schreiend aus dem Raum.
In den acht Jahren ihrer Amtszeit gelang es ihr, von 161 Kriegsverbrechern immerhin 157 zu verurteilen.
Ihrer Persönlichkeit gemäß erwähnt sie nur die fehlenden vier in ihrer Abschiedsrede, von denen zwei,
Radovan Karadzic und Radko Mladic, für das Massaker von Srebrenica verantwortlich sind.
Nachdem sie nur knapp einen Sprengstoffanschlag im sizilianischen Ferienhaus des
Richters Giovanni Falcone überlebt hatte, war sie berühmt.
Ich bin einmal in der Sicherheitsschleuse an ihr vorübergegangen, und kann bestätigen,
was alle Mitarbeiter des Tribunals bewundernd zur Kenntnis genommen hatten:
sie war trotz der zahlreichen Morddrohungen ohne Leibwächter unterwegs!
„Wir müssen die Glaubwürdigkeit des Kriegsverbrechertribunals
vor einem kurzsichtigen politischen Pragmatismus retten“
sagte sie kurz nach ihrem Amtsantritt.
Möge Den Haag mehr furchtlose Ankläger wie sie sehen!!!
von Conny Depp
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Carole King
Sängerin, Komponistin,
Pianistin 
*Februar 1942 in Brooklyn, New York
Ihre eigene Karriere begann spät in ihrem schöpferischen Leben.
Ihr Klassenkamerad am Queens college, Neil Sedaka, schrieb “Oh, Carol” für sie.
Sie heiratete Gerry Goffin und gründete eine Familie mit ihm. Beide zusammen schrieben viele Songs.
Aber erst nachdem sie Charles Larkey geheiratet hatte, gab sie ihr berühmtestes und bahnbrechendstes
Album “Tapestry” heraus, in dem sie auch mit James Taylor zusammengearbeitet hatte.
“Will you love me tomorrow”, einer ihrer ersten richtigen Hits in den Sechzigern,
und ”You’ve got a friend” aus dem Jahr 1971 sind hier verewigt.
Unter den Gruppen und Sängern, die ihre Lieder sangen, waren The Drifters, the Chiffons, The Animals,
Dusty Springfield, The Monkees, Aretha Franklin, um nur die berühmtesten zu erwähnen.
Ich habe ihre Musik über den Umweg Aretha Franklin entdeckt: “You make me feel (like a natural woman)”.
Sie wird auch gern auf großen Festivals gesungen, wenn alle sich am Ende schluchzend in den Armen liegen:
“You’ve got a friend”, oder “Where you lead (I will follow)”, welches der Titelsong der Serie „Gilmore Girls“ ist!!
Sie ist obendrein noch sehr aktiv für die Demokratische Partei.
von Conny Depp
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Townes van Zandt
Poet, Sänger und
Komponist 
* 07.März 1944 in Fort Worth, Texas
+ 1.Januar 1997 in Mount Juliet, Tennessee
Statt wie ein gutes Kind wohlhabender Ölmagnaten-Eltern eine Karriere im American Football
oder im Militär zu verfolgen, beginnt er im Alter von neun Jahren mit dem Gitarrespielen,
nachdem er die Wirkung von Elvis Presley auf seine Schwester und deren Freundin sieht.
Später ist er sehr produktiv trotz oder wegen seiner Manisch-depressiven
Erkrankung (auch Bipolarität). Steve Earle ist einer seiner jungen Schützlinge.
Nach fünf unspektakulären Alben zwischen 1967 und 1972 zieht er sich (´75-´77)
in ein entlegenes Haus zurück und baut dort Morning Glories an.
(Ich möchte hier keine Informationen über seine medizinische oder Drogengeschichte auflisten.)
Da ihn aber der Erfolg relativ wenig interessiert, haben viele Musiker mit seinen gecoverten Liedern Erfolg,
und nennen ihn als Einfluss. Viele erkennen ihn als Vorreiter des Alternative Country an,
obwohl er nie über den Kultstatus hinaus berühmt wird.
„Ich denke nicht, dass meine Lieder alle so traurig sind.
Ich habe ein paar, die nicht traurig sind- die sind nur hoffnungslos.“
„Ich sehe kein sehr langes Leben vor mir.
Ich denke, mein Leben wird enden (Pause), bevor meine Arbeit vollendet ist, verstehen Sie?
Ich habe es so eingerichtet.“
Empfehlenswert:
„See you when I get there, Maestro!“ Steve Earle
von Conny Depp
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Hugh C. Thompson jr.
Hubschrauberpilot und Mensch in My Lai

* 15. April 1943 in Atlanta, Georgia
+ 6. Januar 2006 in Alexandria, Louisiana
Da es sein innigster Wunsch war, zu fliegen, trat er im Jahr 1966 der US-Armee bei, und wurde im
Dezember `67 in Vietnam eingesetzt. Am 16. März 1968, nachdem er einige Verletzte mit
grünem Rauch markiert hatte, traf er sie wenig später tot an.
Er lehnte sich auf gegen seinen Vorgesetzten, 1. Platoon Commander, 2. Lt. William Calley, C Company,
worauf er sehr deutlich als Antwort bekam, sich um seine eigenen Dinge zu kümmern.
Wieder im Hubschrauber, mit einem Massaker konfrontiert, setzte er seine Maschine zwischen
das US-Feuer und die Zivilisten und drohte mit Feuer. An diesem Tag, der in der Geschichte berüchtigt
ist als Massaker von My Lai, starben 504 unbewaffnete Zivilisten, Kinder und Frauen.
Bis Dezember 1969 war die offizielle Version dieses Vorfalls, dass 20 Zivilisten versehentlich
getötet wurden. Lediglich vier der Beteiligten sind gerichtlich belangt worden.
Lt. Calley war verurteilt, lebenslängliche Zwangsarbeit zu verbüßen, aber durch den Einfluss von
Präsident Nixon war er nur drei Tage im Gefängnis, und durfte danach 3 Jahre im Hausarrest verbringen.
Hugh Thompson erhielt 30 Jahre später eine Soldier’s medal,
die höchste Ehrung außerhalb des bewaffneten Kampfes.
(Die englische Beschreibung dieses Vorfalls in Wikipedia ist ausführlicher!!!)
„Es sieht für mich aus, als ob dort unten unglaublich viel unnötig getötet wird.
Da stimmt doch etwas nicht. Es sind überall Leichen verstreut.
Wir haben gerade einen Graben voll von Leichen gesehen. Hier läuft etwas schief.“
In einem Interview von 2004 sagte er über die an dem Massaker beteiligten Männer:
“Ich meine, ich hätte gern die Größe, zu sagen, dass ich ihnen vergebe,
aber ich schwöre bei Gott, ich kann das nicht.”
von Conny Depp
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Wolfgang Neuss
Komödiant

*3. Dezember 1923 in
Breslau
+5. Mai 1989 in Berlin
Nach einer angefangenen Schlachterlehre möchte er mit 15 in Berlin Clown werden. Das endet mit einem
Aufenthalt in der Jugendverwahrungsanstalt. Im Zweiten Weltkrieg im Arbeitsdienst, ab 1941 an der
Ostfront und dann durch einen selbst abgeschossenen Finger nicht als MG-Schütze, erlebt er das Ende
des Krieges in Dänemark und
Flensburg.
Ab 1949 ist er zusammen mit Wolfgang Müller als „die zwei Wolfgangs“ bekannt, die von Film zu
Theater zu Kabarett ziehen, bis dieser 1960 bei einem Flugzeugabsturz stirbt, und Neuss als Hälfte
für den Film „Das
Spukschloss im Spessart“ als unbrauchbar bezeichnet wird.
Er scheut es in öffentlichen Auftritten nie, sich den Mund zu verbrennen und
polarisiert gern als
„Vaterlandsverräter“ und politisch aktiver Mensch.
1969 verabschiedet er sich von der Öffentlichkeit, verbringt einige Zeit in Chile,
fällt immer wieder durch Drogenkonsum auf. Ebenso durch legendäre Wortmeldungen
bei den Stachelschweinen
und in Talkshows, wie z.B. „Leute“ (1983)!
Auf eigenen Wunsch ruht er
auf dem Waldfriedhof Zehlendorf neben Wolfgang Müller.
Ich habe sein Werk schätzen gelernt durch den Film „Wir Kellerkinder“ von 1960,
der auch sein letzter mit Wolfgang Müller war. In diesem Film ist beinahe jeder Satz
zitier fähig und auch heute
aktuell!
Die Film-, Tonträger- und
Literaturveröffentlichungen von, über und mit ihm sprengen diesen Rahmen!
„Stell Dir vor, es geht,
und keiner kriegt’s hin.“
„Der Faschismus ist eine
Spielart der freien Marktwirtschaft.“
„Ich bin kein Beispiel, ich
bin ein Vorspiel.“
von Conny Depp
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Samuel Wilder
Bekannt als Billy Wilder
Autor, Produzent, Regisseur

*22. Juni 1906 in Sucha Beskidzka, Galizien, Österreich-Ungarn, heute Polen
+27. März 2002 in Los Angeles
Seine Familie zieht 1916 nach Wien, wo er mit Fred Zinnemann, mit dem er lebenslang in Kontakt bleibt,
in eine Klasse geht und dann als Reporter arbeitet. Seine Filmkarriere beginnt in Berlin,
als er 1927 zur Untermiete am Viktoria-Luise-Platz 11 wohnt, „als nämlich eines Nachts Herr Galitzenstein,
Direktor der Maxim-Film, in Unterhosen in Wilders Zimmer stand, weil er aus dem Schlafzimmer der Nachbarin die
Flucht ergreifen musste und darum gar nicht anders konnte, als Billy Wilders erstes Drehbuch zu kaufen“.
Wegen der Machtergreifung der NSDAP flieht er 1933 nach Paris, 1934 in die USA.
Als er nach Kriegsende als amerikanischer Colonel ins kriegszerstörte Berlin kommt,
inszeniert er „Eine auswärtige Affäre“ mit Jean Arthur und Marlene Dietrich.
Ab 1950 produziert er selbst seine Filme, die dann auch seine besten und berühmtesten werden.
Ab Mitte der 80er nimmt er als Berater bei United Artists eine bedeutende Stellung ein.
Zeitlebens hat sein Genre, das der Komödie, nicht so hohen Stellenwert wie „ernste“ Filme,
was er aber sicher immer belächelt. Sein Privatleben ist nur insoweit erschlossen, als dass er zwei Mal
heiratet und dass er in Interviews sehr gern die Dinge nach seiner Regie lenkt.
"Ich bin ein Mann!" - "Na und, niemand ist vollkommen!"
von Conny Depp
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Pablo Neruda
(Neftalí Ricardo Reyes Basoalto)
Dichter

*12. Juli 1904 in Parral, Linares
+23. September 1973 in Santiago de Chile
1920 nimmt er den Namen des tschechischen Dichters (Jan) Neruda an, dessen sozialkritische
Werke er bewundert. Er studiert Französisch und Pädagogik und veröffentlicht 1923 sein erstes Buch.
1935 wird er chilenischer Konsul in Madrid und freundet sich mit Federico Garcia Lorca an,
der dann nach einigen gemeinsamen Zeitschrift-Veröffentlichungen
im Rahmen des Spanischen Bürgerkrieges leider erschossen wird.
Er muss nach Paris fliehen, und wird wegen Verstoßes gegen die Diplomaten-Neutralität
des Amtes enthoben. Sein Gedichtzyklus „Espana en el corazón“ entsteht.
Zusammen mit Picasso und Nancy Cunard und anderen macht er das Unrecht in Spanien bekannt.
Ab 1938 ist er wieder in Chile und kämpft auch dort mittels Weiterverbreitung von
Büchern Brechts, Heines und Manns gegen den Faschismus.
Nachdem er sich bei vielen Herrschern unbeliebt gemacht hat, reist er mehrmals wieder zurück nach Paris
und pflegt seine Kontakte mit Picasso und anderen, die ihn, der nie ein Blatt vor den Mund nimmt,
begeistert aufnehmen. Ab 1952 in Chile wieder willkommen, widmet er sich seiner Dichtung.
1970 ist er noch kurz in Paris Botschafter, aber seine Gesundheit verschlechtert sich aufgrund eines Krebsleidens,
und er überlebt den Putsch in Chile nur um 12 Tage, woraufhin sein Haus vom Militär geplündert und zerstört wird.
Sein Begräbnis, wohl nur wegen der ausländischen Kamerateams so möglich, wird zum „Begräbnis der Freiheit“
(Das Geisterhaus, Isabel Allende), bei dem eine große Menschenmenge ihn als „anwesend, für jetzt und immer“ befindet,
trotz der anwesenden Soldaten. Genauso rufen sie Victor Jara auf,
den Liedermacher des Volkes, und Salvador Allende, dem demokratisch gewählten Präsidenten,
die durch die Hände der Militärjunta starben.
1971 bekommt er den Literatur-Nobelpreis verliehen „für eine Poesie, die mit der Wirkung einer
Naturkraft Schicksal und Träume eines Kontinents lebendig macht“.
Ich habe seine Poesie kennengelernt durch seine Liebesgedichte,
die unvergleichlich zart und wild und einfach wunderbar sind.
von Conny Depp
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Mae West (Mary Jane West)
Schauspielerin, Drehbuchautorin, Femme Fatale

17. August 1893 in Brooklyn, New York
† 22. November 1980 in Hollywood
Als Tochter eines Boxers und einer Schauspielerin ist sie sich früh der Öffentlichkeit bewusst.
In den 20er Jahren schreibt sie als Jane West das Bühnenstück “Sex“, das sie mehrere Tage lang ins
Gefängnis bringt wegen Obszönität auf der Bühne. Sie tritt sowohl für sexuelle Freiheit wie auch
Freizügigkeit ein, in ihrem öffentlichen wie auch in ihrem privaten Leben. Von 1911 bis 1942
ist sie mit dem Jazz-Sänger Frank Wallace verheiratet, obwohl sie angibt, niemals
mit ihm als Mann und Frau zusammen gelebt zu haben. Von 1914 bis 1920
ist sie ebenso mit Guido Deiro verheiratet, natürlich geheim.
“Marriage is a great institution. I’m not ready for an institution.”
(„Die Ehe ist eine großartige Institution. Ich bin nicht bereit für eine Institution.”)
Das Bemerkenswerte dieser Zeit ist jedoch, dass sie trotz ihres berüchtigten losen Mundwerkes und
trotz mehrerer zu freizügiger (auch wegen homosexueller Thematik) Bühnenstücke mit 39 Jahren eine
großartige Filmkarriere beginnt. Sie betrachtet den offenen Umgang mit Sex als Grundrecht.
Sie spielt auf dessen Wunsch an Cary Grants Seite (andere Quellen sagen, SIE hätte ihn für den
Film ausgewählt) und rettet damit die Paramount vor dem Ruin und der Übernahme durch MGM.
Obwohl, oder gerade weil erfolgreich, gerät Mae West immer mehr ins Kreuzfeuer der Sittenwächter.
Ab 1936 gibt sie weniger anstößige Rollen, wie zum Beispiel mit fast 50 einen liebestollen Teenager
an der Seite von W.C. Fields (Mein kleiner Gockel, 1940). Dann tritt sie lieber am Broadway auf,
hat in den 50er Jahren ihre eigene Bühnenshow in Las Vegas und schreibt (Autobiographie
„Goodness had nothing to do with it“) und singt Rock’n’Roll-Stücke. Dann fügt sie noch
den Guss auf ihrem Filmkarrierekuchen hinzu, indem sie sich selbst parodiert
(70er Jahre, Myra Breckinridge und Sextette).
„Is that a pistol in your pocket, or are you just glad to see me?“
(“Ist das eine Pistole in Deiner Tasche, oder freust Du Dich nur, mich zu sehen?”)
"My left leg is Christmas; my right leg is Easter;
why don't you come up and visit me between the holidays?"
(“Mein linkes Bein ist Weihnachten; mein rechtes Bein ist Ostern;
warum kommst Du nicht hoch und besuchst mich zwischen den Feiertagen?”)
“When I'm good, I'm very good. When I'm bad, I'm better” (I'm No Angel)
(“Wenn ich gut bin, bin ich sehr gut. Wenn ich schlecht bin, bin ich besser.“)
von Conny Depp
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